Milchtüte

Nicht immer kann man von Fortschritt reden, wenn Produkte weiter entwickelt werden.

Das geht mir heute bei vielen Produkten so. Vor allem, wenn als Ergebnis noch mehr Müll in Form von Plastik anfällt.

In Zeiten, in denen Verbraucher immer mehr über gesunde Ernährung und Umweltschonung nachdenken – sicherlich ein falscher Schritt.

Ob bei Wurst, Schinken oder Lachs – wenn zwischen jeder Scheibe noch ein Plastikblättchen oder wie in meinem Beispiel bei der Kondensmilch nun ein Drehverschluss vermeintlich mehr Komfort verspricht, aber das zu Lasten der Umwelt, dann macht mich das als verantwortungsvoller Verbraucher sehr nachdenklich. Und ich bin da bestimmt nicht der Einzige.

Beispielrechnung:

Statistisch gesehen werden lt. einer Studie von 2013 in Deutschland pro Sekunde 2315 Tassen Kaffe getrunken. 9 von 10 Kaffeetrinkern trinken ihn mit Milch.

Das bedeutet, es geht statistisch um 2084 Tassen in der Sekunde – 125.040 in der Minute – 7.502.400 in der Stunde. Bei 34 Portionen pro Milchtüte (Angabe des Herstellers) fallen in einer Stunde statistisch 220.658 Plastikverschlüsse als Müll an. Ich möchte mir den Berg an Müll auf ein Jahr gerechnet nicht weiter vorstellen.

Aber auch für den Hersteller ist der Aufwand groß. In der Produktion fallen erhöhte Energie- und Materialkosten an. Sie lassen den Deckungsbeitrag mit Sicherheit reduzierter ausfallen. Es sei denn, es wird eine Preiserhöhung vorgenommen. Was wiederum bestimmt nicht im Sinne des Kunden ist.

Und das alles nur, um dem Verbraucher einen kleinen Schnitt mit der Scheere zu ersparen.